Chronik der Gemeinde Tux

Ilse Wechselberger / K. ist die Chronistin der Gemeinde Tux. Sie hat für die Homepage eine Kurzchronik zusammengestellt. Dazwischen sind einige Aufnahmen aus der Tuxer Chronik eingebaut.

Die Gemeinde Tux findet man im politischen Bezirk Schwaz des Bundeslandes Tirol. Sie liegt im Tuxertal, das in Mayrhofen vom Zillertal nach Westen abzweigt. Sie setzt sich aus den Orten Lanersbach, Vorderlanersbach und Hintertux und den Weilern Außerrettenbach, Berg, Schöneben, Gemais, Juns und Madseit zusammen. Sie hat eine Fläche von 111,1 km² und laut letzter Volkszählung im Jahre 2001 1925 Einwohner. Tux liegt auf einer Seehöhe von 1260 m in Vorderlanersbach und auf 1500 m ansteigend in Hintertux: Die höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Bergbauernhöfe des Zillertales, die Geiselhöfe auf ca. 1700 m, liegen auch in der Gemeinde Tux. Hauptort ist Lanersbach. Dort findet man die Pfarrkirche und den Friedhof, das Gemeindeamt, den Tourismusverband, das Postamt, die Banken, den Kindergarten, die Volks-, Haupt- und Musikschule. Die Gemeinde Tux ist eine gut florierende Tourismusgemeinde, in der die Landwirtschaft voll eingebunden ist und ohne sie unvorstellbar wäre.

Tux wurde von drei Seiten aus besiedelt:
*) Vom Wipptal aus über das Tuxerjoch:
Aus der vorchristlichen Zeit gibt es keine Aufzeichnungen. Nur eine Bronzenadel – gefunden 1890 auf dem Tuxerjoch, datiert um 1400 v. Ch., zeugt von einer Spur menschlicher Anwesenheit. Erste schriftliche Aufzeichnungen, erste schriftliche Erwähnungen des Namen „Tukkes“ stammen aus dem Jahre 1280.
Vier Schwaigen in der Wildentux (heutiges Hintertux) unterstanden dem Landesfürsten Meinhard II. als Zubehör des Amtes Innsbruck und später Steinach. Sie gehörten zum dortigen Gericht und zur Urpfarre Matrei und der Gemeinde Schmirn. Sie wurden aber 1329 im Zuge einer Fehde zwischen dem Tiroler Landesfürsten und dem Salzburger Erzbischof eingeäschert. Hintertux wurde kirchlich 1483 von der Gemeinde Steinach abgetrennt. Bis dorthin mussten die Toten von Hintertux über das Tuxerjoch auf den Friedhof nach Mauern gebracht werden. Bis 1926 blieb Hintertux politisch ein Teil der Gemeinde Schmirn und gehörte deshalb zum Landgericht Steinach.
*) Über das Geiseljoch:
Die Alpe „Napes“ (heutige Geiselhöfe) gehörte zum Kloster Frauenchiemsee wird erstmals 1257 erwähnt. Nach einer Katastrophe, hervorgerufen durch einen allzu frühen Wintereinbruch, wurde für Mensch und Vieh ein „Winterhaus“ gebaut. Daraus entstand der jetzige Weiler Gemais.
Die Güter am Lemperbichl, wie Schöneben, Brenten, Naustein, Kasbichl,…werden um 1314 erwähnt.
Von ersten Ansiedlungen am Talboden liest man um 1397.
*) Vom Zillertal aus:
Tux war mit dem Zillertal nur über einen Fußweg erreichbar. Zu einem Arzt, zum Gericht, auf den Markt – alles musste auf Schusters Rappen vollführt werden. Die Tuxer Bötinnen, besonders Fasser Menal, trugen die eingekauften Waren in einem Buckelkorb von Mayrhofen nach Tux.
Die erste Kirche wurde 1468 in Lanersbach gebaut und 1471 dem hl. Thomas geweiht Ab 1475 erhielt Tux einen Gesellpriester, der von Hippach aus die Kirche, natürlich zu Fuß, betreute. 1486 erhielt Tux die Begräbnislizenz und somit konnten die Toten auf dem Ortsfriedhof begraben werden.

Unter Kaiser Franz I. wurde 1816 das Zillertal mit den Gerichten Zell am Ziller und Fügen (früher Salzburg) mit dem Land Tirol vereinigt und innerhalb dessen dem Kreisamt Schwaz unterstellt. Gleichzeitig wurde die Hofmark Lanersbach mit der östlich angrenzenden und bisher selbständigen Ortschaft Lämmerbichl zusammengeschlossen, die den Namen Tux erhielt. Hintertux kam erst 1926 dazu. 1909 fanden Trassierungsverhandlungen für die Straße von Mayrhofen nach Lanersbach statt. Im Jahre 1911 war dann gleichzeitiger Baubeginn der Straße vom Gstan taleinwärts und vom Staudnhäusl talauswärts. Endlich war es so weit und der erste Stellwagen fuhr 1913 auf der neuen Straße. Nach Hintertux wurde die Straße erst 1928 – 1932 weiter gebaut.
Wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Gemeinde Tux mit der Entdeckung des Magnesitgesteines auf dem „Hoserkarl“ und der „Stockwiese“. Es wurde ein Bergwerk mit Hütten – und Bergbaubetrieb in 1700m Höhe errichtet. Es entstand eine Wohnsiedlung mit Kantine, Schule, Arzt, Kino, Kegelbahn und die Barbarakapelle. In der Blütezeit fanden ca. 400 Menschen aus dem ganzen Zillertal Arbeit. 1976 wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Im Sommer kamen ja schon lange Touristen ins Tuxertal und bald fand auch der Wintertourismus seinen Einzug.
Drei Schigebiete wurden erschlossen:
°) Rastkogel – in Vorderlanersbach – seit 1984 in Betrieb. Sei 2001 verbindet die Pendelbahn 150er Tux – die größte in Österreich – die Schigebiete Penken – Rastkogel – Eggalm.
°) Eggalm – schon 1961 erbaut
°) Der Hintertuxer Gletscher – Der Bau des längsten Einsesselliftes Österreichs (2,5 km) vom Sommerberg an den Rand des Gletschers war 1968 der Grundstein zur Erschließung des ganzjährigen Gletscherschigebietes. Seit 1996 „schweben“ der Gletscherbus 2 und seit 2000 der Gletscherbus 3 auf eine Höhe von 3250m.

Tux hat seit 1792 eine eigene Schule und seit 1983 eine Hauptschule. Eine Musikschule wurde schon im Jahre 1961 gegründet.
Das Vereinswesen wird in Tux groß geschrieben: Musikkapelle, Schützen, Schützengilde, Feuerwehr, Theaterverein, Fußballclub, Tennisclub, Wintersportverein und noch viele andere.

Das Gemeindewappen wurde Tux im Jahre 1976 verliehen. Es stellt einen silbernen Widderkopf auf grünem Untergrund dar.